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Moderne Templer PDF Print E-mail
Written by OSMTH-LA   
Wednesday, 06 May 2009 02:21

Moderne Templer und die zentrale Rolle der Christenheit
Ein Bericht von Chev. Patrick E. Rea, GCTJ
Redaktion und Übersetzung: Chev.sse Silvia Gross, DCTJ

 

Der moderne Orden der Tempelritter widmet sich der ursprünglichen Aufgabe des Ordens von 1120, die daraus bestand „die Pilger während ihrer Reise durch Palästina zu den heiligen Stätten in Jerusalem und andernorts vor Angriffen zu schützen“. Die Mitglieder der nationalen Großpriorate haben dieses Konzept bereitwillig als Existenzgrundlage und als die einzig wichtige Verbindung zum ursprünglichen Orden anerkannt. Die Mitglieder des alten Ordens haben ihre Gelübde vor dem Patriarchen von Jerusalem abgelegt. In der heutigen Zeit stellen wir fest, dass die Aufgabe des Ordens sich dahingehend verändert hat, dass es unser erstes Ziel ist, den „Christians at risk“, den Christen in Not beizustehen, mit besonderem Augenmerk auf Jerusalem. Ausgehend von dieser Aufgabenstellung haben sich weitergehende Ziele entwickelt, die die karitativen Interessen unserer Mitglieder berücksichtigen. Diese beinhalten das Engagement innerhalb der vielen Nationen, die Templerorganisationen beheimaten. Dort stehen wir den Hilflosen und Bedürftigen bei, ungeachtet ihres Glaubens, eben weil wir Christen sind.

Die Templerinnen und Templer des 21. Jahrhunderts sind sich bewusst, dass das Schwert nicht die erste und beste Methode ist, um den Christen in Not beizustehen. Vielmehr glauben wir als Christen, dass durch die Stärkung von Verständnis und Toleranz eine bessere Gesellschaft und eine bessere Welt für alle errichtet werden kann. Eine Reihe durchdachter Massnahmen sind das natürliche Ergebnis dieser Sichtweise, dass moderne Templerinnen und Templer Brückenbauer zwischen der christlichen Gemeinschaft und anderen Gläubigen sein können. Aus diesem Grund sind die heutigen Templer ein ökumenischer Orden. Dies erklärt auch, warum der Orden sich um Verständnis und Freundschaft unter den Söhnen Abrahams bemüht.

Einige Aktivitäten der modernen Templer sollen im Folgenden kurz dargelegt werden. Diese Aktivitäten stehen in der Tradition der historischen Aufgabe und sind im OSMTH organisiert.

Kosovo
Der Orden ist sich sehr stark bewusst, dass seine christlichen Wurzeln auch seine christliche Zukunft sind. Wir wissen, dass wir nach unseren Taten beurteilt werden. In diesem Bewusstsein arbeitete der OSMTH mit dem Metropoliten Christopher, Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche in den USA und Kanada und mit Bischof Juan Cobrda, Oberhaupt der Slowakischen Diözese der USA und Kanada der Freikirchlichen Lutherischen Kirche von Amerika, zusammen. Auf diese Weise wurden hunderte von Menschenleben von Christen und Andersgläubigen im Sommer und Herbst des Jahres 1999 im Kosovo gerettet. In diesem Stadium des Krieges waren Christen zu leichten Zielen geworden, wenn sie ihre Kirchen verliessen oder an Beerdigungen teilnahmen. Ein Kommunikationssystem war nötig, um den Nato-Truppen die Möglichkeit zu geben, auf solche Angriffe zu reagieren. Durch den aussergewöhnlichen und mutigen Einsatz von Major Chev. Scott Venable, einem Mitglied des Stabes von General Sir Michael Jackson, dem Nato-Oberbefehlshaber, und der direkten Intervention sowohl seitens des Metropoliten als auch des Bischofs und des Klerus, konnte im Kosovo ein Netzwerk von Satellitentelefonen an mitlitärischen Stützpunkten und kirchlichen Orten errichtet werden.

Russland
In ähnlicher Weise waren die Templer da, als 1990 die russische Bevölkerung ihren christlichen Glauben durch die Wiedererrichtung der Erlöserkathedrale in Moskau bekundete, die durch Josef Stalin zerstört worden war. Der Orden arbeitete mit Bischof Job, Diözese des Mittleren Westen der Orthodoxen Kirche von Amerika, zusammen, um in der St. James Episcopal Kathedrale in Chicago ein Konzert zu organisieren, und spendete 20.000 $ für den Wiederaufbau. Erzbischof Job trug dafür Sorge, dass die Spenden direkt an den Patriarchen von Russland und das Wiederaufbaukomitee weitergeleitet wurden. Der Erzbischof gab dem Projekt seinen Segen und stellte Mitarbeiter seiner Kanzlei zur Verfügung.
In Russland erwachte der christliche Glaube 1990 zu neuem Leben und der OSMTH war stolz darauf, einige der jungen führenden Köpfe der christlichen Bewegung zu unterstützen. Ende der Neunziger Jahre wurde dem Orden ein interessantes Konzept vorgestellt. Im Norden Russlands gibt es eine sehr grosse Diözese unter der Führung des dynamischen Bischofs Tikhon. Er stellte die Anfrage, ob der Orden ihn beim Aufbau eines Kirchenzuges (Church Train) unterstützen würde. Dieser Zug sollte tausende von Meilen durch seine Diözese zurücklegen. Der Zug wurde gebraucht, denn während der kommunistischen Herrschaft waren über 200 Kirchen und Klöster zerstört worden. Nur sechs Kirchen waren übrig, die Millionen von Menschen zur Verfügung standen, auf einem Gebiet so gross wie Frankreich. Der Zug wurde gebaut, und einige Delegationen der Templer besuchten Russland im Jahr 2003, um die Waggons und die fahrende Kirche (Rolling Church) zu besichtigen.
Heute werden Tausende von Bischof Tikhon und seinen Priestern betreut und der OSMTH freut sich sehr über die Realisierung dieses Projekts.

Irak
Eine andere wichtige Aktivität ergab sich in den späten Neunziger Jahren, als Rear Admiral Chev. James Carey den Irak auf Initiative der Römisch-Katholischen Kirche besuchte. Der Zweck der Reise war, die schwierige Lage der Christen im Irak herauszustellen und das Elend der Kinder hervorzuheben, das durch das Embargo verursacht wurde. ADM Carey wurde von leitenden Bischöfen der Römisch-Katholischen Kirche begleitet und traf mit dem Chaldäischen Patriarchen des Irak zusammen. Einige Jahre später, als Major General Chev. Robert Disney 2004 im Zuge der Invasion im Irak war, traf er sich mit dem Chaldäischen Patriarchen in Bagdad. Er sorgte mit finanziellen Mitteln des Ordens dafür, dass die Stromversorgung und Telefonverbindung für die Verwaltung des Patriarchats wieder instand gesetzt wurde.

Sierra Leone
Ungefähr zur selben Zeit verschickte der Orden eine grosse Menge von Medikamenten an den Römisch-Katholischen Erzbischof von Sierra Leone, die dieser inmitten des Bürgerkriegs persönlich für die Kranken in Empfang nahm.

Jerusalem: Ökumenisches Engagement für den Frieden
Zu Beginn des Jahres 2002 kamen Ordensangehörige überein, dass es für den OSMTH an der Zeit wäre, die heiligen Stätten des Christentums in Jerusalem kontinuierlich zu unterstützen. Wir kontaktierten die drei führenden Protektoren der historischen christlichen Stätten: die Armenisch-Orthodoxe, die Griechisch-Orthodoxe und die Römisch-Katholische Kirche. Im Falle der ersten beiden Kirchen wird die Protektion durch die Patriarchen wahrgenommen. Für die Römisch-Katholische Kirche hat diese Aufgabe in langer verantwortungsvoller Kontinuität der Orden der Franziskaner durchgeführt, unterstützt vom Römisch-Katholischen Patriarchen. Viele Großpriorate des OSMTH haben über Jahre hinweg Geld für die Kirchen in Jerusalem gespendet. Im Jahr 2002 jedoch wurde klar, dass ein jährlicher sinnvoller Beitrag vonnöten war. Brigadier General Chev. Patrick Rea leitete dieses grossangelegte Projekt.

In der Planungsphase des Projekts rief Patriarch Manoogian von der Armenischen Kirche bei General Rea an und lud die Templer zu einem Besuch nach Jerusalem ein. Seine Botschaft war: „Ihre finanzielle Unterstützung wird geschätzt, aber Ihre Anwesenheit im Heiligen Land wird den Christen, die dort leben, mehr bedeuten als Geld – sie fühlen sich sehr allein“. So kehrte zum ersten Mal seit 1291 eine offizielle Templerdelegation aufgrund der Einladung eines Kirchenführers in das Heilige Land zurück. Die Planungen gingen sehr schnell voran. Bald sprach der Lutherische Bischof des Heiligen Landes und von Jordanien, Munib Younan, eine Einladung aus. Vor der Heimreise fanden Treffen statt mit Pater Peter Vasko, dem Franziskanischen Präsidenten der Holy Land Foundation, dem Griechischen Patriarchen Irineios, dem Armenischen Patriarchen Manoogian, dem Lateinischen Patriarchen Michel Sabbah, Bischof Munib Younan von der Lutherischen Kirche und Riah H. Abu El-Assal, dem Anglikanischen Bischof von Jerusalem und dem Mittleren Osten. Der grosse Erfolg dieser Reise ist nun schon Geschichte, ebenso wie die Treffen und Freundschaften mit führenden israelischen Militärs und religiösen Verantwortungsträgern, so mit Brigadier General Israel Baharav und Rabbi David Rosen.

Die freundliche Einladung seitens der PLO, ihren führenden Ministern einen Besuch abzustatten, endete in einem ausgedehnten Arbeitsdinner mit Dr. Emil Jarjoui, einem Führer der Palästinenser, und anderen Mitgliedern der PLO.

Der heutige Templerorden nimmt eine respektierte Position in der christlichen Welt ein. Die weitere finanzielle Unterstützung für alle Kirchen, die der OSMTH besuchte, wird auf einer jährlichen Basis in Höhe von 50.000 $ gewährleistet. Unsere Unsterstützung der Deklaration von Alexandria hält an. Ausserdem ist der OSMTH sehr erfreut darüber, dass Bischof Munib Younan das Amt des internationalen Ordenskaplans (International Chaplain General) ausübt und Metropolit Manoogian, Bischof Riah, Bischof Younan und Pater Vasko Träger des US-Verdienstordens sind. Die Arbeit im Sinne der Deklaration von Alexandria mündete in einer ausgedehnten Zusammenarbeit mit einem sehr bemerkenswerten Mann: Canon Andrew White, Repräsentant des Erzbischofs von Canterbury im Mittleren Osten.

Der OSMTH als multikulturelle und ökumenische NGO
Die christlich-ökumenische Struktur des Ordens und die multikulturelle Identität unserer Mitglieder erfordert Konferenzen zu religiösen Themen ebenso wie zu unserer Rolle als Nicht Regierungsorganisation der Vereinten Nationen.

Solch eine Konferenz wurde am 11. / 12. Februar 2005 in Chicago abgehalten. Vor dem Treffen wurden Stellungnahmen der Ordensleitung und Ordenskapläne erbeten. Zusätzlich wurde Telefonkontakt zu einer Gruppe von Geistlichen hergestellt, die ein Positionspapier über die Rolle der Geistlichen im OSMTH erstellen. Die Grösse der Gruppe war begrenzt, um eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten. Arbeitspapiere waren vorbereitet. Eine grosse Anzahl Kleriker, die dem Orden angehören, waren zugegen, darunter Theodosius, Oberhaupt der Orthodoxen Kirche von Amerika und Kanada / Erzbischof em. von Washington DC; Metropolit Christopher, Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche von Amerika und Kanada; Erzbischof Groce, Oberhaupt der Anglikanischen Provinz der Vereinigten Staaten, Grand Chaplain des US-Großpriorats und Deputy Grand Chaplain General des OSMTH; Erzbischof Larry Shaver von der Midwest Diocese der Anglikanischen Provinz der Vereinigten Staaten; Prinz Arnold zu Windisch-Grätz, Pastor der Missouri Synod Lutheran Church; Archimandrit Zacchaeus, Dekan der St. Katharinenkirche in Moskau; Wright Eavenson, Pastor der Southern Baptist Church of America; Jack Tilford, Pfarrer der Römisch-Katholischen Erzdiözese von Chicago. Bischof Juan Cobrda (Evangelical Lutheran Church) konnte nicht teilnehmen, überbrachte aber ein Statement. Neben anderen Mitgliedern des Ordens war auch Dr. Chev. Frederick Fedorchak zugegen, der Repräsentant des OSMTH bei den Vereinten Nationen in Wien.

Der Schlussbericht der Konferenz ist noch nicht fertiggestellt. Einigkeit herrschte darüber, dass wir unseren christlichen Auftrag weiterverfolgen. Um den Friedensprozess im Heiligen Land zu unterstützen, soll ein Komitee mit Geistlichen des Ordens ins Leben gerufen werden, um mit jüdischen und muslimischen Religionsführern an diesem Ziel zu arbeiten.

Diese Zusammenschau ersetzt nicht die Diskussion über das karitative Engagement des OSMTH. Vielmehr ist es ein Rückblick auf die Arbeit des Ordens als einer christlichen Organisation, die ihre Wurzeln im Rittertum hat.

 

Der Autor Chev. Patrick E. Rea ist der International Grand Commander des OSMTH

Last Updated on Wednesday, 06 May 2009 02:24