| Die Welt ist uns zuviel |
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| Written by OSMTH-LA |
| Wednesday, 27 May 2009 08:49 |
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Eine Erklärung von Cyril Ritchie, erster Vizepräsident der CONGO an eine Versammlung der Internationalen Tempelritter (OSMTH – eine NGO in Konsultativstatus mit den Vereinten Nationen). New York, 11. Mai 2009 1. Als ich letzte Woche in der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung saß, brachte mir die Debatte ein altes Gedicht in Erinnerung: “Die Welt ist zu viel mit uns; ob früh, ob spät, verbrauchen und berauben, vergeudet ist die Kraft: Wir sehen wenig in der Natur, welche die unsere ist.“ (William Wordsworth 1770 – 1850) 2. Dieses Jahrhunderte alte Gedicht sagt uns, warum wir eine Organisation der Vereinten Nationen haben, warum wir NGOs haben. 3. Das Politische “Welt ist zu viel mit uns”, die Welt von Grundlagenberechnung, von Machtspiele und Macht-Machenschaften, von speziellen Interessen, von Gerangel um nationalen Vorteil und Übersehen globaler Verantwortlichkeiten. Es ist um solch begrenzten Visionen, solch kurzfristigen politischen Aktivitäten entgegenzuwirken, dass wir starke, unparteiische, wertegegründete Vereinte Nationen brauchen; und wir brauchen ethische und zukunftsorientierte Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs), so wie die Tempelritter und die 3.000 anderen NGOs, die einen Status bei den Vereinten Nationen haben. 4. Die zweite Zeile unseres Gedichts spricht auch das Heute an, und die tiefgreifende finanzielle und wirtschaftliche Krise. Unverantwortliches „Verbrauchen und Berauben“, wo nur kurzfristiger Profit und Konsum eine Rolle spielt, hat uns in die Situation geführt, in der Heime verloren werden, Jobs verloren werden, medizinische Einrichtungen und Ausbildungsbetriebe in Entwicklungsländern wegen Finanzierungsmangel geschlossen werden. Dies ist nicht richtig, dies ist nicht gerecht. Durch finanzielle Verbrechen und Habgier und Korruption „vergeuden“ wir nicht nur „unsere Kräfte“, wir kompromittieren die Zukunft zu vieler Kinder – vor allem aber keineswegs nur in Entwicklungsländern. 5. Wiederum wird eine entgegenwirkende Kraft benötigt in Gestalt gut strukturierter, ethisch orientierter Organisationen der Vereinten Nationen und Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs). Wir haben eine fast unmittelbare Möglichkeit, etwas zu verändern, wenn die „UN-Konferenz zur Welt-Finanz- und Wirtschaftskrise und deren Auswirkung auf die Entwicklung“ das nächste Mal vom 1. bis 3. Juni zusammentritt. NGOs müssen die Rolle eines Anwalts vor und bei der Konferenz einnehmen, und wir müssen unsere Regierungen drängen, auf der höchsten Entscheidungsebene vertreten zu sein. 6. Erlauben Sie mir, meine Eröffnungstrilogie zu vervollständigen, indem ich sage, dass die dritte Zeile unseres Gedichts gleichermaßen voll maßgeblich ist für das Heute. Die Bezugnahme auf „Natur“ klingt vertraut in einer Welt, wo wir die kritischen Grenzen der Verschmutzung, der Ausbeutung fossiler Brennstoffe, der gefährdeten Arten, des Klimawechsels erreicht haben – was Experten zunehmend Klimachaos nennen. Die Vereinten Nationen haben noch nie da gewesene Schritte unternommen, um die vordringliche Aufmerksamkeit der Welt auf die Notwendigkeit zu lenken, die Natur zu schützen und zu bewahren – und dadurch die menschliche Art zu schützen und zu bewahren. Die UN haben bedeutende Umwelt- und Nachhaltigkeitskonferenzen abgehalten, wie zum Beispiel in Stockholm (1972), Rio (1992), Johannesburg (2002). Es gibt ein UN-Umweltprogramm, wenn auch nicht ausreichend finanziert. Es gibt Hunderte von multilateralen Umweltabkommen; es gibt die UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung. Und in und um all diese Organe und Mechanismen gravitieren Hunderte von NGOs. Sie sind Fürsprache-orientierte oder wissenschaftliche oder einheimische oder Jugend- oder gewerkschaftliche NGOs. Sie arbeiten das ganze Jahr über und wenden die Zerstörung des pflanzlichen Lebens, der Wasserqualität, der Waldbedeckung, der Berg-Ökosysteme, der Meeresressourcen. Sie arbeiten, um erneuerbare Energie zu fördern und „grüne Jobs“. Sie kämpfen gegen Luftverschmutzung, Dürre, Versteppung, chemische Gefährdungen und die Myriaden von anderen Risiken für die Zukunftsfähigkeit der wohl benannten Mutter Natur. 7. Dieser Katalog veranschaulicht – aber nur teilweise – warum wir ein kompetentes, gut finanziertes und stimmiges System von Vereinten Nationen brauchen; und warum die Vereinten Nationen NGOs brauchen – die auch kompetent, gut finanziert und stimmig sein sollten. 8. Abgesehen von den Gebieten, die ich berührt habe als ein Ergebnis der Konzepte, die durch das Gedicht ausgelöst wurden, sind die NGOs aktiv bei der Verteidigung und Förderung von Menschenrechten und Demokratie; bei der Hilfe für Flüchtlinge, Vertriebene und Migranten; beim Bau und Betrieb von medizinischen, Ausbildungs- und beruflichen Trainingseinrichtungen; bei der Überwindung patriarchaler Hindernisse für die Gleichberechtigung von Frauen; beim Schutz und der Heilung von Kindern; bei der Schaffung wissenschaftlicher und technologischer Innovationen und Standards; bei der Sicherung ordentlicher Arbeits- und Arbeitsplatzsicherheit; indem sie der Jugend eine Stimme geben bei der Bestimmung der Zukunft ihrer Welt; bei der Bekämpfung von Menschenhandel: Die Liste ist endlos, weil die Nöte der menschlichen Gemeinschaft endlos sind. Wo es an sozialer Fürsorge mangelt, wo es an sozialer Gerechtigkeit mangelt, dort werden sie NGOs bereit finden, Führung zu übernehmen, Verantwortung zu übernehmen, Maßnahmen zu ergreifen. 9. Und wohin passt bei alledem die CONGO – die Konferenz von UN NGOs? CONGO wurde 1948 gegründet, im Jahr der Universellen Erklärung der Menschenrechte, wahrscheinlich der wichtigsten Proklamation hoher Prinzipien, welche die UN jemals angenommen hat. Die universelle Erklärung inspiriert die CONGO wie sie die meisten NGOs inspiriert. (Wäre es doch so, dass sie auch jede Regierung inspirierte!) 10. Während die CONGO notwendigerweise eine komplexe Körperschaft ist, mit ihrer Generalversammlung, ihre Vorstand, ihren 40 Sachkommitees und ihren regionalen ad hoc Strukturen, könnte ich das CONGO-Mandat folgendermaßen vereinfachen: Auftrag der CONGO ist es: • Das Recht der NGOs, bei der UN zu sprechen und sich Gehör zu verschaffen, zu schützen und zu fördern. • Ihre Mitglieder zu unterstützen mit physischem und politischem Zugang und Teilnahme beim UN Gesetzgebungs- und Überprüfungsprozess • Den Dialog zwischen den UN und den NGOs über das ganze Spektrum der Welt-Anliegen zu ermutigen und zu ermöglichen • CONGO-Mitglieder über UN- und NGO-Aktivitäten zu informieren und sie warnend hinzuweisen auf rechtzeitige Handlungserfordernisse. • Informationen über die Aktivitäten von CONGO-Mitgliedern zu verbreiten im Geist von “CoNGOs together” („CoNGOs miteinander”) • NGO-Aktivitäten, -Verbindungen und –freundliche Kontakte zu stärken durch die Arbeit von CONGO NGO Komitees zu substanziellen Themen. • NGO-Partnerschaften und –Netzwerke in und zwischen Regionen zu schaffen, Verbindungen mit den Regionalkommissionen und –Strukturen der Vereinten Nationen aufzubauen. 11. In der verfügbaren Zeit will ich nur drei Beispiele geben für CONGO Initiativen um die kollektive Stimme der NGOs zu erheben und zu vervielfachen: a. Auf Schauplätzen so unterschiedlich wie der Weltgipfel zur Informationsgesellschaft, dem Menschenrechtsrat oder den verschiedenen Anhörungen der Generalversammlung zur Zivilgesellschaft organisiert oder ermöglicht die CONGO Prozeduren für echte NGO Vertretung und –Einsatz, ohne selbst eine Position zu den Themen zu beziehen. b. Jedes Jahr organisiert die CONGO für ECOSOC ein Forum zur Entwicklung der Zivilgesellschaft, das eine Gelegenheit für ihre Mitglieder und die breite Gemeinschaft der Zivilgesellschaft bietet, die Themen zu debattieren, die auf höchster Ebene und bei der jährlichen ministeriellen Überprüfung behandelt werden und Eingaben für den ECOSOC Entscheidungs- und Ergebnisprozess zu formulieren. Für 2009 lade ich Sie alle ein, am Forum zur Entwicklung der Zivilgesellschaft teilzunehmen, das am 2., 3. und 4. Juli in Genf abgehalten wird, und/oder den Nachfolge-Baustein, der für den 15. und 16. Oktober in New York geplant ist. c. Der CONGO-Präsident, Liberato Bautista, ist ein häufiger Vertreter für NGO- Werte und –Angelegenheiten in den vier Ecken der Welt. Er ist gerade zurückgekehrt vom Staatsbürgerlichen Weltforum in Seoul, und heute ist er unterwegs um zu einer andere Versammlung in Hamburg zu sprechen. Diese Erklärungen und Schriften dienen ebenso wie die des Ersten Vizepräsidenten dazu, guten Willen und Solidarität zu mobilisieren und helfen, eine öffentliche Moral und praktische Unterstützung für die Werte und Angelegenheiten der NGOs zu entwickeln. 12. Zum Schluss bin ich mir völlig im Klaren darüber dass ich wahrscheinlich ein utopisches Bild gemalt habe. Natürlich gibt es einige unzuverlässige, sogar kriminelle Leute im UN System. Der Prozentsatz ist wahrscheinlich derselbe wie der von unzuverlässigen, sogar kriminellen Bankiers, Bischöfen oder Fußballern! Aber die breite Mehrheit der NGO-Leute bewegt sich tagein, tagaus vorwärts mit ihren Goodwill-Beiträgen um die Welt zu einem besseren Ort für unsere Kinder und Enkel zu machen – eine Welt, in der Armut Geschichte sein wird, wo Geschlechter-Gleichheit Norm ist, wo Ökosysteme und Nährstoffe und eher ernähren als uns zu vergiften. Die Vision ist natürlich utopisch; aber sie ist lebensnotwendig. Ich rufe alle Utopisten in diesem Raum auf, ihre Anstrengungen zu verdoppeln, um diese Vision Realität werden zu lassen. 13. Danke für Ihre freundliche Aufmerksamkeit. Cyril Ritchie, CONGO First Vice President Cyril Ritchie CIC Case 20 CH-1211 Genève 20 Tél. +4122 733 67 17 Fax +4122 734 70 82 E-mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it |
| Last Updated on Wednesday, 27 May 2009 08:59 |





